Bauen für ein sich wandelndes Klima: Die wachsende Bedeutung der Gebäudehülle
Das Klima in Europa verändert sich rapide. Laut EU-Klimadaten war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, und Klimamodelle sagen voraus, dass Hitzewellen länger und häufiger auftreten werden. Gleichzeitig benötigen kalte Regionen weiterhin einen hochwirksamen Wärmeschutz, um den Wärmeverlust während langer Winter zu minimieren. Daher müssen Gebäude heute zwei gegensätzliche Anforderungen in Einklang bringen: Schutz vor Überhitzung im Sommer und Wärmespeicherung im Winter.
Die Gebäudehülle spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung beider Herausforderungen. Dächer und Außenwände sind für den größten Teil des Wärmeaustauschs mit der Umgebung verantwortlich. Bis zu 80 Prozent der Sommerwärme gelangt über das Dach in ein Gebäude, während Fassaden Oberflächentemperaturen von 70 °C oder mehr erreichen können. Die Wahl des Baumaterials entscheidet nicht darüber, ob gekühlt oder geheizt werden muss – aber sie hat einen starken Einfluss darauf, wie lange die Systeme in Betrieb sein müssen und wie viel Energie sie verbrauchen.
Leistung in heißen Klimazonen: Thermische Masse als Schutz vor Hitze
In warmen und mediterranen Klimazonen ist der Wärmeschutz im Sommer von entscheidender Bedeutung. Leichte Konstruktionen heizen sich schnell auf und übertragen die Außentemperaturen fast direkt in den Innenraum. Massive Wandsysteme verhalten sich ganz anders. Dank der Kombination aus geringer Wärmeleitfähigkeit und geeigneter Dichte dämpft Ytong AAC Temperaturspitzen deutlich.
Dieser Effekt – bekannt als Temperaturampitudendämpfung – verzögert die Wärmeübertragung in das Gebäude. In der Praxis bedeutet dies, dass die Außenwärme später am Tag oder gar nicht in die Innenräume gelangt, insbesondere in Kombination mit einer intelligenten Nachtlüftung. In Verbindung mit massiven Innenwänden, wie z. B. Silka-Kalziumsilikatsteinen, kann überschüssige Wärme vorübergehend gespeichert und in den kühleren Nachtstunden wieder abgegeben werden.
Gemessene Gebäudedaten bestätigen diesen Effekt: In Leichtbaukonstruktionen treten Innentemperaturen über kritischen Schwellenwerten (z. B. 27 °C) bis zu achtmal häufiger auf als in massiven Wandsystemen. Optimierte Innenwände verbessern diese Leistung noch weiter.
Spanien bietet mehrere überzeugende Beispiele. Passivhäuser und Niedrigenergiegebäude wie die Einfamilienhäuser Ca la Siesta und Peñoncillo in Jávea und Malaga zeigen, wie Ytong dazu beiträgt, auch bei anhaltender Sommerhitze stabile Innentemperaturen aufrechtzuerhalten. Durch die Reduzierung des Bedarfs an aktiver Kühlung senken diese Gebäude den Stromverbrauch und verbessern den Komfort in einer Region, in der der Kühlbedarf rapide steigt.