Wie weit ist blue.sprint in den Projekten verbreitet?
In einigen Ländern, wie den Niederlanden und Belgien, ist die Akzeptanz von blue.sprint bei großformatigen Projekten besonders hoch. Länder wie Italien, Frankreich und Österreich bilden das Schlusslicht, wo eher unsere kleinen und mittleren Formate zum Einsatz kommen. Wir verwenden blue.sprint hauptsächlich für große Formate, da wir diese selbst planen. Kleine Formate werden einfach auf der Baustelle zugeschnitten.
Warum ist blue.sprint selbst in Ländern mit hoher Akzeptanz noch nicht weit verbreitet?
Das liegt daran, dass viele Projekte in diesen Märkten über den freien Handel abgewickelt werden.
In den meisten Märkten ist der reine Materialvertrieb sehr verbreitet, insbesondere beim Bau von Einfamilienhäusern. Natürlich sind wir in der Regel nicht an der Planung solcher vergleichsweise kleinen Projekte beteiligt.
Warum hat die Akzeptanz von blue.sprint so stark zugenommen?
Einerseits spiegelt dies den aktuellen Trend wider – immer mehr Unternehmen arbeiten mit BIM und wünschen sich einen digitalen Austausch. Wir wachsen mit dem Markt.
In einigen Ländern treibt auch die Gesetzgebung die Digitalisierung voran: In Skandinavien beispielsweise müssen öffentliche Projekte ab einer bestimmten Größe mit BIM geplant werden. Folglich setzen Planer auf Digitalisierung, um alle Aufträge einheitlich bearbeiten zu können, egal ob es sich um einen Kindergarten, den sozialen Wohnungsbau oder ein Projekt mit einem privaten Investor handelt.
Was hat Sie seit Beginn des Projekts im Jahr 2018 am meisten überrascht?
Für mich war die größte Überraschung die Entwicklung in Polen. Lange Zeit haben wir dort nur kleine und mittlere Formate verkauft. Mit der Einführung der Großformate stellte das Team jedoch Pawel Górski ein, Ingenieur und BIM-Manager. Da sie die neuen Formate direkt selbst planen konnten, stieg der Markt deutlich an.
Wie schaffen Sie es, alle Länder mit ins Boot zu holen?
Einer der ersten Schritte war die Ernennung eines BIM-Vertreters in jedem Land oder, wie in Polen, die Einstellung einer Person für diese Aufgabe. Es ist wichtig, bei Kundengesprächen jemanden dabei zu haben, der unsere Fähigkeiten demonstrieren kann. Ansonsten ist eine effektive Kommunikation entscheidend. Anfangs waren wir oft vor Ort in den Ländern oder haben Leute ins Headquarter nach Duisburg eingeladen.
Was schätzen Kunden besonders an der Zusammenarbeit mit blue.sprint?
Sie merken, wie wenig Kommunikation für eine saubere Planung nötig ist. Sie sparen dank unserer Optimierung Geld und erhalten ihre Angebote schneller und detaillierter als je zuvor. Das erklärt die Wachstumszahlen in Dänemark in diesem Jahr. Dort hat sich das Volumen um fast 50 Prozent erhöht. Blue.sprint ist daher auch ein Instrument zur Kundenbindung, da es fast immer zu Folgeaufträgen führt.
Lässt sich ein solches Best-Practice-Beispiel auf andere Länder übertragen?
Das ist nicht so einfach, da die Bedingungen in den Märkten sehr spezifisch sind. Dennoch ergeben sich immer wieder Synergien: Wir haben inzwischen festgestellt, dass Länder mit ähnlichen Portfolios eng zusammenarbeiten können. Im Falle Polens waren dies die Tschechische Republik und die Slowakei. Deutschland und Belgien haben viel von den Niederlanden gelernt. Wir beziehen uns ständig auf Fallstudien, da wir uns sonst alle zu sehr auf unseren eigenen Markt konzentrieren. Das fördert auch die Kommunikation.
Was sind derzeit die größten Herausforderungen?
Viele Kunden müssen derzeit wieder auf kleinere Formate zurückgreifen, was sich an den steigenden Zahlen für diese Formate in unserem Unternehmen zeigt. Aufgrund der angespannten Marktsituation hat die Mitarbeitendenbindung für viele Unternehmen oberste Priorität. Sobald das Marktvolumen wieder wächst, werden wir noch größere Wachstumschancen haben.
Was sind Ihrer Meinung nach die Treiber für die kommenden Jahre?
Ich bin optimistisch, dass wir in den nächsten drei bis fünf Jahren noch genügend Spielraum haben, bevor wir an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen. Ich sehe volle Auftragsbücher, insbesondere in mitteleuropäischen Ländern. In Osteuropa ist die Nachfrage derzeit geringer, da die Finanzierung von Bauprojekten dort sehr kostspielig ist.
Inwieweit setzen Sie künstliche Intelligenz bei blue.sprint ein?
Wir haben für Xella Deutschland ein eigenes KI-Tool für AAC entwickelt. Anstatt dass Zeichner jedes Detail manuell optimieren, übernimmt dies nun die KI kontinuierlich für ganze Wandmodelle, sogar in der frühen Planungsphase. Da sie kontinuierlich optimiert, sparen Kunden mehr Material und Geld. Derzeit testen wir dieses Tool für YTONG-Systemwandelemente. Eine Ausweitung auf andere Produktlinien prüfen wir derzeit.
