Die BIM‑Abteilung von Xella entwickelt nicht nur Konstruktionsplanungen für großformatige Systeme wie Silka Tempo und Ytong Panel, sondern bietet auch technische Fachberatung. Das Projekt Solna 6 stellte eine besondere Herausforderung dar: In unmittelbarer Nähe des barocken Karmeliterklosters am St.-Adalbert‑Hügel sowie einer Allee geschützter alter Eschen und Eichen musste der Komplex strenge Denkmalschutzauflagen erfüllen, darunter die Vorgabe traditioneller Putzoberflächen.
Eine monolithische Wand als Dämmung
Konventionelle zweischalige Wandaufbauten konnten das Gewicht des dicken Zement‑Kalk‑Putzes nicht tragen. Deshalb schlug Zieliński eine monolithische Schicht aus Ytong EnergoUltra+‑Blöcken vor – normalerweise als tragende Wände verwendet –, die hier als Wärmedämmung für eine 20 cm starke Stahlbetonwand eingesetzt wurden.
Die daraus resultierende 60 cm starke Fassade verbessert die Energieeffizienz, erhöht die thermische Masse und ermöglichte es den Architekten, vollständig auf Klimaanlagen zu verzichten.
„Gefaltete“ Fassaden zwischen altem Baumbestand
Anstelle flacher Wände entwarf JEMS sanft geschwungene, gefaltete Fassaden, die sich harmonisch in die umgebende Grünanlage einfügen. Zwei Gebäude in C‑ und U‑Form wurden sorgfältig zwischen den bestehenden Bäumen platziert, während die Tiefgarage so geplant wurde, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Die Anlage umfasst 90 hochwertig ausgestattete Wohnungen mit großzügigen Grundrissen und Deckenhöhen von 3–4 m.
Traditioneller Putz auf Ytong‑Wänden
Aufgrund des hohen Gewichts des vorgeschriebenen Putzsystems wurden Haftzugtests mit Produkten von Bolix auf Ytong EnergoUltra+ durchgeführt. Die positiven Ergebnisse führten zur Ausarbeitung detaillierter Ausführungsrichtlinien. Die Ytong‑Dämmschicht bildet eine bis zu vier Geschosse hohe, selbsttragende Wand, die später durch die Geschossdecken abgestützt wird. Spezielle Verbinder übertragen Windlasten auf die Betonstruktur, und über Öffnungen wurden Ytong‑Stürze eingesetzt.
Eine ungewöhnliche Anwendung, die Anerkennung fand
„Das Endergebnis hat die Erwartungen des Bauherrn, OKRE Development, und der Architekten vollständig erfüllt“, sagt Zieliński.
Solna 6 wurde 2024 fertiggestellt und erhielt 2025 die Architekturauszeichnung der Woiwodschaft Großpolen – sowohl den Hauptpreis in der Kategorie „Mehrfamilienwohnhaus“ als auch den Grand Prix.
Die Jury lobte das Projekt als „ein neues Stück metropolitaner Stadtstruktur mit eigener Identität, das dennoch wirkt, als gehöre es seit jeher hierher“.
Fotocredit: Maria Kot, JEMS Architekci