Mads Bo Jensen, seit April 2025 sind Sie Produkt- und Nachhaltigkeitsmanager für Skandinavien. Was sind Ihre Hauptaufgaben?
In den ersten sechs Monaten meiner Tätigkeit habe ich hauptsächlich in Dänemark gearbeitet. Ein Großteil meiner Arbeit konzentrierte sich darauf, sicherzustellen, dass unsere Produkte sowohl hohen Qualitäts- als auch Nachhaltigkeitsstandards entsprechen. Zu meinen Aufgaben gehört es, dafür zu sorgen, dass unsere Lösungen in ganz Skandinavien den lokalen Vorschriften entsprechen, zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen und hinsichtlich der Umweltleistung kontinuierlich verbessert werden. Wir haben auch ein neues Produkt eingeführt, zu dem ich viele technische und nachhaltigkeitsbezogene Fragen beantwortet habe. Darüber hinaus bereite ich einen internen Schulungskurs vor, um das Wissen meiner Kollegen, die keinen technischen Hintergrund haben, in den Bereichen Produktmanagement und Nachhaltigkeit zu vertiefen.
Welche besonderen Überlegungen gibt es für den dänischen Markt?
In Dänemark liefern wir hauptsächlich Materialien für Einfamilienhäuser, die etwa 50 bis 60 Prozent aller Häuser ausmachen. Wandbauteile mit einer Breite von 100 mm sind hier sehr verbreitet. Es gibt strenge Anforderungen zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks dieser Wände, und die Arbeiten zur Entwicklung einer leichteren Version haben bereits vor einigen Jahren begonnen. Dies bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich, wie z. B. die Gewährleistung von Feuerbeständigkeit und Haltbarkeit. Es gibt keine Einheitslösung; in einigen Fällen erfordert dies eine enge Zusammenarbeit mit der Produktmanagementabteilung von Xella, die immer bereit ist zu helfen, den Werken, in denen das Material hergestellt wird, unserem Technologie- und Forschungszentrum sowie eine sorgfältige Abstimmung mit neuen und oft komplexen Vorschriften.
Gibt es bereits eine Erfolgsgeschichte?
Eines der ersten Projekte, an denen ich beteiligt war, konzentriert sich auf Kreislaufwirtschaft – also darauf, Wege zu finden, um Materialreste von unseren Baustellen wiederzuverwenden und zu recyceln. Zu sehen, dass Materialien, die einst für die Deponie bestimmt waren, auf neue Weise wiederverwendet werden können, ist für mich persönlich sehr befriedigend.
Sie sind zu Xella gekommen, um Ihre Arbeit mit Ihrem privatem Interesse an Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Was bedeutet das für Sie?
Ich lebe seit vielen Jahren auf dem Land und habe aus erster Hand gesehen, wie sich der Klimawandel hier in Nordeuropa auf uns auswirkt. Diese Erfahrung hat meinen Wunsch verstärkt, durch meine Arbeit zu nachhaltigeren Lösungen beizutragen. Beruflich habe ich bereits Schritte in diese Richtung unternommen: 2022 arbeitete ich für CRH, einen der weltweit größten Hersteller von Betonfertigteilen. Obwohl Beton nach wie vor unverzichtbar im Bauwesen ist, wurde mir aufgrund seiner hohen CO₂-Emissionen klar, dass ich mich auf nachhaltigere Materialien konzentrieren wollte. Später kam ich zu LEGO, wo ich verschiedene Renovierungs- und Facility-Projekte leitete – und wertvolle Einblicke gewann, wie große Unternehmen Nachhaltigkeit in der Praxis angehen.
Warum haben Sie LEGO verlassen?
Ich schätze meine Zeit bei LEGO sehr; sie hat mir tiefe Einblicke in die Herangehensweise eines globalen Unternehmens an Nachhaltigkeit gegeben. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich näher am Produkt und an den Umweltauswirkungen meiner täglichen Arbeit sein wollte. Diese Erkenntnis führte mich zu Xella.
Wie sieht Ihr Bildungshintergrund aus?
Meine Karriere begann mit praktischer Erfahrung als Zimmermann, gefolgt von einem Bachelor-Abschluss in Baumanagement. Mich hat schon immer die Frage beschäftigt, wie wir intelligenter bauen können – CO₂-Emissionen reduzieren und gleichzeitig Strukturen effizient, stabil und kostengünstig halten. Damit begann meine Leidenschaft für Nachhaltigkeit.

